Neufassung der TRBS 2121-2: Berufliche Nutzung von Leitern – Was ist erlaubt und was nicht?

Was ist die TRBS 2121-2?

Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) ­konkretisieren die Betriebssicher­heits­verordnung (BetrSichV) für die ­Bereitstellung und ­Verwendung von Arbeits­mitteln unter Einbeziehung des aktuellen Stands der Technik sowie gesicherten arbeitswissenschaft­lichen Erkenntnissen. Die TRBS 2121-2 betrifft den betrieblichen Umgang mit Leitern und ist am 21.12.2018 in neuer Fassung erschienen. 

 

Ist die TRBS 2121-2 rechtlich verbindlich?

Eine TRBS ist keine eigene Rechtsvorschrift, sondern dient als Hilfestellung, wie die in der BetrSichV formulierten Anforderungen in der Praxis umgesetzt werden können.  Wendet der Unternehmer die TRBS an, so ist davon auszugehen, dass die Schutzziele der BetrSichV eingehalten werden. Bei abweichenden Maßnahmen ist die ­gleichwertige Erfüllung dieser Schutzziele nachzuweisen.  

 

Welche Änderungen bringt die Neufassung der TRBS vom 21.12.2018 mit sich?

Zur Erhöhung der Arbeitssicherheit unterliegt der betriebliche Einsatz von Leitern künftig schärferen Voraussetzungen. Unter welchen Bedingungen Leitern im Sinne der neuen TRBS genutzt werden dürfen, wird anschaulich und übersichtlich in unserem Flyer dargestellt.

Die aktuelle TRBS 2121-2 finden Sie unter 

www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/TRBS/TRBS.html

Inhalte der TRBS

Leitern als ­Verkehrsweg

Bis zu einer Höhe von 5 Metern dürfen Sprossen- und Stufenleitern als Zu- und Ab­gang zu hoch gelegenen Arbeitsplätzen ver­wendet werden. 

Für höher gelegene Zugänge sind Alternativen (z. B. Treppengerüste) einzusetzen.

Ausnahme: 

Wird die Sprossen- oder Stufenleiter als ­Zugang nur sehr selten benutzt, dürfen diese Leitern auch bei mehr als 5 Metern Höhenunterschied verwendet werden.

Leitern als ­Arbeitsplatz

Bis zu einer Standhöhe von 2 Metern ist die Verwendung von Stufen- und Plattform­leitern als hoch gelegener ­Arbeitsplatz uneingeschränkt zulässig. 

Bei einer Standhöhe von 2 bis 5 Metern dürfen die Leitern lediglich für ­zeitweilige ­Arbeiten (weniger als 2 Stunden) verwendet werden. 

Bei über 5 Metern Standhöhe ist grundsätzlich ein alternatives ­Arbeitsmittel (z. B. ein Fahrgerüst) zu wählen. 

Grundsätzlich gilt: 

Leitern dürfen nur dann als Arbeitsplatz ver­wendet werden, wenn die ­Arbeiten ­sicher durchgeführt werden können und der Be­nut­zer mit beiden Füßen auf einer ­Stufe (mind. 80 mm Auftrittsfläche), einem Ein­hängetritt oder einer Plattform steht.

Die Verwendung von Sprossenleitern ist  nur in Ausnahmefällen (z. B. in engen Schächten) zulässig.

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Alle aktuellen Informationen finden Sie übersichtlich und anschaulich dargestellt in unserem Flyer zur neuen TRBS.